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„Vampirgeschichten sind kein bisschen originell.“

von: Pink Panther
30. Mai 2010

Stephanie Zade, ehemalige Schülerin unserer Schule, war am 26.03.2010 zu einer Lesung ihres neuen Buches „Das Märchen eines Dichters – Erfolgreich gescheitert“ an unserer Schule. Und das, obwohl die 20-Jährige eigentlich Biologie studiert. Stephanie Zade im Interview.

SPICKER: Was war das für ein Gefühl, eine Lesung an deiner ehemaligen Schule zu geben und manche altbekannte Gesichter wiederzutreffen?
Stephanie Zade: Es war ein sehr schönes Gefühl, es hat mich richtig glücklich gemacht. Es war die erste Lesung für dieses Buch und es hat mir gezeigt, dass ich unbedingt noch mehrere geben muss. Gleich in der alten Schule anfangen zu dürfen, war mir eine große Ehre und es hat mich auch sehr gefreut, einige bekannte Gesichter zu sehen. Wie oft sieht man auch schon seine alte Schule wieder nach dem Abi?!

Hättest du jemals damit gerechnet, dass du mal dein eigenes Buch veröffentlichst?
Ja, das hatte ich vor, seit ich vierte, fünfte Klasse war. Eigentlich, seit ich mit schreiben angefangen habe, habe ich davon geträumt, dass meine Bücher veröffentlicht werden. Deshalb habe ich mich lange bemüht, einen Verlag zu finden.

Gibt es zu diesem Buch noch eine Fortsetzung?
Zu diesem Buch gibt es keine Fortsetzung. Die Story ist in sich schlüssig genug, dass eine Fortsetzung nur dämlich enden würde wie bei manchen Filmen heutzutage. Nee, das mach ich nicht. Aber ich bin ja auch älter geworden und meine Interessen im Bereich Buchschreiben gehen inzwischen weiter. Ich bin inzwischen nicht mehr so sehr bemüht, einfach nur Klischees zu brechen, sondern eine völlig neue Welt zu erschaffen. Skripte zu zwei zukünftigen Büchern, eines davon eine Trilogie, liegen schon zu Hause bei mir. Die Trilogie, an der ich zurzeit arbeite, heißt “Das Reich der entflügelten Engel”. Ich stecke bereits schon viele Jahre Arbeit dort hinein, denn die Grundidee dazu hatte ich im Religionsunterricht beim Thema „Utopie“ in der 8. Klasse. Daran arbeite ich wahrscheinlich noch eine Weile. Leider bin ich derzeit vom Studium so stark eingenommen, dass ich seit einer Weile nicht mehr zum Schreiben gekommen bin. Aber wenn es fertig ist, komme ich gern wieder zu einer Lesung!

Schreibst du für eine bestimmte Zielgruppe?
Ich habe bisher eigentlich immer für die Zielgruppe geschrieben, zu der ich selbst gehörte. Anders geht es fast nicht, denn als Sechstklässlerin hat man noch keine Vorstellung davon, was Erwachsene interessiert und könnte damit unmöglich ein “Erwachsenenbuch” schreiben. “Erfolgreich gescheitert” fällt in einen Bereich, wo ich 14, 15 war, mein heutiges Projekt “EntflügelteEngel” fällt dementsprechend auch auf eine höhere Zielgruppe aus, alles, was höher als sechzehn ist, denke ich. Jüngere verstehen vielleicht die Anspielungen und Hintergründe nicht komplett.

Würdest du auch anderen “Schreibbegabten” raten, nach dem Abitur ein Buch zu veröffentlichen?
Wieso nicht? Geschadet hat es mir nicht. Die Schwierigkeit liegt hier eher bei der Verlagssuche, denn heutzutage ist es, wie bei allen öffentlichen Bereichen, schwer, als vollkommener Newcomer allein schon erst mal einen Verlag zu finden. Lieber verlegen sie bereits bekannte Autoren oder einfach ins Deutsche übersetzte amerikanische Bücher. Natürlich gibt es auch Wettbewerbe etc. Ich hatte vor einiger Zeit mit einem Ausschnitt aus „Entflügelte Engel“ an einem teilgenommen, wo der erste Preis die Veröffentlichung des Buches war. An sich hatte ich mir gute Chancen ausgerechnet, denn der Roman ist sehr frisch, etwas noch nie Dagewesenes und ich hatte schon viel Schreiberfahrung. Ich war sehr enttäuscht, als ich erfahren habe, dass eine schnöde Vampirstory gewonnen hat. Das ist, was ich meine, die Verlage nehmen nur noch das, wo sie wissen, dass es gut ankommt. Wo doch gerade dieser Vampirhype ist. Obwohl es kein wenig originell ist. Aber hat man es dann endlich geschafft, einen seriösen Verlag zu finden, fängt die Arbeit eigentlich erst an. Die Öffentlichkeitsarbeit ist danach das wichtigste, wenn man möchte, dass das Buch auch gekauft wird. Also sollte man sehen, wie viel Zeit man hat, um z.B. Lesungen zu halten. Wer allerdings wirklich leidenschaftlich schreibt und das unbedingt möchte, der nimmt das in Kauf.

Du studierst Biologie in Jena. wie passt das mit dem Schreiben zusammen?
Das haben mich schon mehrere gefragt. An sich habe ich zwei Leidenschaften: auf der einen Seite, sich Geschichten auszudenken, mit besonderem Blick auf die Charakterkonstellationen, diese Leidenschaft ist schon sehr alt, soweit ich zurückdenken kann (fast kein Wunder, wenn man Einzelkind ist und öfter mal alleine gespielt hat), und an diesen Punkt schließt sich eigentlich zeitgleich die zweite Leidenschaft an, denn mit was hab ich gespielt: mit Dinos. Ich hatte eine riesige Kiste mit Dinosauriern, die ich geliebt habe. Auch so mochte ich die Natur schon immer und in der Schule wurde mir dann klar, dass das genau das ist, was ich später den Rest meines Lebens machen will. Nur zu schreiben wäre nichts für mich, das ist inzwischen ein ausfüllendes Hobby geworden, in das meine Biologieleidenschaft auch einfließt. Das Ganze geht so weit, dass ich sogar einen Stammbaum für die erdachten Wesen meiner “Entflügelten Engel”- Welt erstelle, um festzumachen, wer aus wem wie hervorging, vielleicht überlege ich mir ja noch, den allen lateinische Namen zu geben.

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